News

Eine enge und lieblose Politik?

Der Kom­men­tar von Ruedi Aesch­ba­cher, Par­tei­prä­si­dent der EVP, zur Aus­rich­tung der EVP in gesell­schaft­li­chen und ethi­schen Fra­gen.

«So eng und lieb­los» sei sie gewor­den, die EVP-Politik, schreibt mir jemand mit Blick auf einige unse­rer letz­ten Abstim­mungs­pa­ro­len. Lieb­los, eng? Wirk­lich?

 

Part­ner­schafts­ge­setz: Nicht aus Lieb­lo­sig­keit sagt die EVP nein. Son­dern aus Sorge, dass fal­sche Signale gege­ben, fal­sche Prio­ri­tä­ten gesetzt wür­den. Denn nicht die gleich­ge­schlecht­li­chen Paare, son­dern allein Ehe und Fami­lie sichern die Zukunft unse­rer Gesell­schaft, geben Leben wei­ter und garan­tie­ren ein opti­ma­les Her­an­wach­sen der nächs­ten Gene­ra­tion. Darum ver­die­nen nur sie wei­ter­hin die bis­he­ri­gen beson­de­ren Absi­che­run­gen und Pri­vi­le­gien des Geset­zes. Dies ist nicht ein lieb­lo­ses Nein zu gleich­ge­schlecht­lich Füh­len­den, die auch ohne Gesetz und Rich­ter in der heu­ti­gen tole­ran­ten Gesell­schaft ihre Bezie­hun­gen und Gefühle frei leben und gestal­ten kön­nen. Es ist aber eine Absage an ein sach­lich fal­sches und unnö­ti­ges Gesetz.

 

Auch die For­schung mit embryo­na­len Stamm­zel­len lehnte die EVP ab. Nicht aus rück­wärts­ge­wand­ter For­schungs­feind­lich­keit, son­dern aus Respekt und Ehr­furcht vor dem wer­den­den Leben, das bei die­ser For­schung zer­stört wird. Gleich begrün­det war auch das EVP-Nein zur straf­lo­sen Abtrei­bung.

 

Die drei Bei­spiele zei­gen: So pro­gres­siv die EVP in Umwelt-, Verkehrs- oder in sozia­len Fra­gen ist, so kon­ser­va­tiv, also «bewah­rend», ent­schei­det sie oft in gesell­schaft­li­chen und ethi­schen Fra­gen. Dort eben, wo es um Werte geht. Werte, die sich zum Teil über Jahr­tau­sende bewährt haben. Bewah­ren­des und schüt­zen­des Nein-Sagen – auch wenn uns dabei der Zeit­geist manch­mal ins Gesicht bläst – emp­finde ich weder als eng, noch als lieb­los, son­dern viel­mehr als Ver­pflich­tung gegen­über unse­rem gemein­sa­men Fun­da­ment.

 

Ruedi Aesch­ba­cher, Par­tei­prä­si­dent der EVP Schweiz